Im letzten Jahr habe ich mich mit Zeitschreiber schon mit einem bedeutenden Teil der 'Erinnerungskultur' beschäftigt: Meine Workshops haben sich vor allem auf den gelebten Augenblick konzentriert, auf die (künstlerische) Verarbeitung und Reflexion der Gegenwart. Doch die Erinnerungskultur hat noch viel mehr Aspekte!
Ein großes neues Feld, das für mich und Zeitschreiber 2018 auf dem Plan steht, ist die 'Sepulkralkultur', also die Kultur des Todes, des Sterbens, des Trauerns und der Bestattung. Denn zum Leben gehört nicht nur das Betrachten der Gegenwart. Ganz stark ist in uns Menschen der Wunsch verankert, Vergängliches festzuhalten, Erinnerungen zu bewahren und zurückzublicken.
Ich möchte mich dieser Sache widmen, da - in unserer Gesellschaft - uns der Tod immer erst dann zu betreffen scheint, wenn jemand Nahestehendes gestorben ist. Ich finde, wir sollten das ändern und den Tod zu einem Teil unseres Lebens werden lassen. Vielleicht hilft uns dieser proaktive Umgang dabei, das Ende des Lebens als nicht so bedrohlich zu empfinden.
Ich werde mich einlesen in unseren eigenen geschichtlichen Umgang mit dem Tod und interkulturelle Unterschiede in den Sitten und Gebräuchen herausfinden. Ich werde mir das Bestattungswesen anschauen und eine Hospitanz bei einem Bestatter leisten, werde mit Trauerredner*innen sprechen und ein Museum für Sepulkralkultur besuchen. Mein Ziel ist es, mit dem Wissen im Anschluss Ausstellungen und Konzepte zu entwickeln, die uns näher an das Thema Tod heranbringen und uns einen größeren Handlungsspielraum anbieten, als das Ausrichten einer Beerdigung.
Im Zeitschreiber-Blog werde ich von meinen Erfahrungen berichten und das Projekt dokumentieren. Ich freue mich über Wegbegleiter*innen, interessierte Augen und Ohren und vielleicht sogar die ein oder andere Mail mit Eurem Feedback.
2018, los gehts!